Preis der Stadt Wr. Neustadt

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Preis der Stadt Wr. Neustadt

BGSC ASKÖ Raiba Leobersdorf
Veröffentlicht von Hans-Peter Werner in Pokalturnier · 24 Juli 2022
Sein Leben ist wie eine Fahrt auf zwei Gleisen – Gleis A Richtung Norden führt zur Endstation Langeweile, Faulheit und Demotivation, Gleis B Richtung Süden verspricht grenzenlosen Spaß, elektrisierende Momente und waghalsige Abenteuer rund um den Globus. Von Menschenhand wird er produziert und nach Monaten des Wartens erblickt er das Licht der Welt. Er zeichnet sich durch bestimmte Qualitäten aus, die bei Interessierten schnell Gehör finden. Wenn er hält, was er verspricht, kann er bereits wenige Tage nach seinem Geburtstag zum Objekt der Begierde mutieren. Je nach Größe (klein, medium oder groß) werden für ihn 18 bis 20 Euro hingeblättert. Zumeist wird er im Triplepack angeboten (lackiert, raulackiert und unlackiert), wird von seinen Zwillingsproduktionen oft aber schon früh getrennt und muss alleine raus in die weite Welt, unwissend, was ihn erwartet. Im Laufe seiner Kindheit und Jugend reist er mit seinem „Herrchen“ oder „Frauchen“ viel umher, oft auch in Europa und außerhalb davon. Die Welt wird ihm quasi zu Füßen gelegt. Aber er muss stets bedenken, dass er nur für einen Zweck „geboren“ wurde – er muss, ohne vorher gefragt zu werden, über Eternit, Beton und Filz rollen und seine Qualitäten, für die er geschaffen wurde, auch einsetzen, sonst kann er sehr schnell an einen dunklen Ort gebracht werden – nämlich in einen Ballcontainer mit einem Dutzend anderer Insassen, der sich dann lange Zeit wie ein Gefängnis um ihn schließt. Auf den unterschiedlichsten Sportstätten lernt er viele Hindernisse in den Jahren des Erwachsenwerdens zu lieben und zu hassen. An Bahn 7 auf Beton brummt ihn jedes Mal nach dem harten Aufprall im Endkreis noch Tage später der Kopf und massive Schmerzen quälen immer wieder aufs Neue seinen Lack. Dafür ist der Sprung ins Netz, wenn er nicht mit der Stange in Berührung kommt, ein cooles Gefühl auf Eternit. Im Winter darf er sich in einem Socken oder einer Hosentasche aufwärmen, im Sommer, sobald ihm heiß wird und er zu glühen beginnt, bekommt er eine Abkühlung der besonderen Art, darf bei Regen aber nicht wasserscheu sein und ist verpflichtend, seine Arbeit auch bei Nässe zu verrichten. Ein hohes Alter merkt man ihm erst an, wenn er abgenutzt ist, sein Lack spröde wird und er durch einen Jüngeren mit denselben Qualitäten ersetzt werden muss. Das Leben eines Minigolfballes ist hart – vor allem, wenn man ihn ständig auf den Boden fallen lässt, um seine Sprunghöhe zu testen. Aber in einer Sache würden wir Minigolfer gerne mit ihm tauschen: Bei extremer Hitze wird er von seinem Eigentümer für eine gewisse Zeit in eine Kühlbox gelegt, um seine Oberfläche nicht zu überhitzen. Und wir Minigolfer würden uns gerne dazulegen. Können es aber nicht. Was für ein Jammer!

Seit Wochen ist der Sommer in Österreich nicht zu bremsen und lässt bei den Temperaturen keine Gnade walten. Auch am vergangenen Wochenende war kein Ende der Hitzewelle in Sicht. Die Prognosen waren verlockend für einen ganztägigen Besuch im Freibad, aber sicher nicht für ein Minigolfturnier in Wiener Neustadt unter der glühend heißen Sonne. Dennoch ließen sich 37 Sportlerinnen und Sportler aus Niederösterreich und Wien von den Vorhersagen der Wetterfrösche nicht abschrecken und lieferten sich im wahrsten Sinne des Wortes eine Hitzeschlacht mit literweise Flüssigkeit, tropfendem Schweiß und vielen Schlägen. Als angenehm empfunden wurde der im Laufe des Tages aufkommende Wind, der die Hitze erträglich machte, der aber auch mit jedem Stoß einige Blätter auf die Bahnen schleuderte und zu einem nervigen Komplizen der Sonne wurde. Um gute Ergebnisse zu verhindern, war die Kraft des Windes letztlich aber doch zu schwach. Lokalmatador Werner Punkl zeigte mit 89 Schlägen vor, wie es gemacht wird und hätte auch bei den Herren einen ungefährdeten Sieg mit 7 Schlägen Vorsprung davongetragen. In der Schlussrunde zeichnete sich auch Berta Ensinger (UBGCB) mit 27 Schlägen aus und spielte die beste Einzelrunde des Turniers. Aus Sicht der Leobersdorfer gibt es leider nicht viel zu erzählen. Siegfried Sereinig, Regina Bauer und Elisabeth WERNER sagten dem Veranstalter zu und stellten sich der heimtückischen Betonanlage in Wiener Neustadt furchtlos entgegen. Die beste Platzierung erreichte dabei Regina in der Damenkategorie mit Rang 4. Auf Eva Reiländer (GAENS), die Drittplatzierte, hat sie über das gesamte Turnier gesehen etwas zu viel Schläge verloren, darf aber mit ihrer Leistung trotzdem zufrieden sein. Immerhin hat sie es in Runde 2 geschafft, mit einer 7 an Bahn 7 auf ein Score von 35 Schlägen zu kommen, was uns rechnerisch auf 6 Asse bringt und auf keinen einzigen Fehler an den restlichen 17 Bahnen – eine Leistung, die Lob verdient!

Wir bedanken uns beim BGC Wiener Neustadt für das ausgesprochen nette Ambiente und gratulieren den Gewinnern sehr herzlich!





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